Ankeschnitte und Senneduft

Franz, Babet und Jöggel sind Geschwister. Gemeinsam führen sie den Sonnenhof, welchen sie von ihren Eltern geerbt haben. Alle drei sind ledig und der Hof bedeutet ihnen alles. Mit Leib und Seele stehen sie hinter dem Sonnenhof, doch trotz aller Anstrengungen kommen sie auf keinen grünen Zweig. Es fehlt am Geld und dem entsprechend ist auch ihre Moral. Dies macht sich im Besonderen bei Babet bemerkbar. Sie ist kaum mehr zu ertragen. Da kommt das Angebot von „Telebasel“ gerade recht. Es soll eine Live-Sendung direkt aus ihrer Wohnstube ausgestrahlt werden, mit dem Titel „Ankeschnitte und Senneduft“. Endlich ohne Geldsorgen leben, und das, indem man eigentlich nicht viel machen muss. Sie haben aber ihre Rechnung ohne Elsa, die Filmemacherin und Regisseurin, gemacht. Um den gewünschten Erfolg zu haben, verlangt sie von den Dreien allerhand. Jöggel und Babet sind auf einmal ein Paar und müssen sich sogar küssen. Dies empfinden beide als ausserordentlich „gruusig“. Franz wird zum Knecht degradiert, aus der Katze wird plötzlich ein Hahn, der Text wird vergessen und Elsa die Regiseurin verliert beinahe den Verstand. Nadia di Luna setzt mit ihrer unpassenden Kleidung dem ganzen noch ein Krone auf und will auf Stöckelschuhen und in freizügiger Kleidung als neue Magd arbeiten. Kein Wunder, dass Jöggel beim Anblick von Nadia Frühlingsgefühle bekommt. Dass das nicht gut herauskommen kann versteht sich eigentlich von selbst, es herrscht Chaos pur auf der Bühne. Zu guter Letzt hat Elsa, die Regisseurin, eine Überdosis an Beruhigungspillen geschluckt, die sich jedoch anders als erwartet auswirkt. Dieses Stück lebt von Situationskomik und den einzelnen Charakteren. Es muss rasant gespielt und die einzelnen Charaktere gut ausgesucht werden. Trotzdem lässt das Stück genügend Platz um eigene Ideen umzusetzen. Ich wünsche viel Spass.